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...zwischen Europa und Afrika...
Radeln in den Alpen?
Leben ohne westlichen Überfluss? Crepes vom Gaskocher! :)
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Ein Fenster mit Blick auf meinen Weg -
von Breitscheidt im Westerwald zu dieser Seite
 
Ich bin Moritz Brandenburger, bin am 9. September 20 geworden und komme aus Breitscheidt bei Altenkirchen im Westerwald. Eigentlich. Denn im Moment bin ich nicht in Breitscheidt bei Altenkirchen, sondern in Sikoro bei Bamako. Bamako ist die Haupstadt Malis in Westafrika, eines der ärmsten Länder der Erde.
Meine Zeit in Afrika hat Anfang August 2008 in einem Kinder- und Jugendzentrum hier in Sikoro begonnen. Das Zentrum wurde mit dem Ziel gegründet, den Jugendlichen dieses sehr armen Stadtteils eine Perspektive für die Zukunft zu öffnen und ein Ansprechpartner für all die Menschen hier zu sein, die sich aus eigener Kraft und mit eigenen Mitteln nicht aus ihren Notsituationen befreien können.
Die Entscheidung, mich auf eine solche Umgebung und auf eine solche Arbeit einzulassen liegt etwa ein Jahr zurück. Da stand ich etwa sechs Monate vor meinem Abitur und die Frage, welche Richtung man dem eigenen Leben geben will, wurde immer drängender. Zivildienst? Wehrdienst? Ich habe mich letztendlich gegen beides entschieden - stattdessen stand nun der Plan, ein Jahr lang für einen Ersatzdienst ins Ausland zu gehen. Ins Ausland rein nach dem Motto "Raus von zu Haus". Zuerst habe ich mich für Frankreich beworben - Jugendherbergen an der Cote d'Azur oder in den Alpen. Das wäre ein feines Leben geworden.
Doch nach und nach habe ich mir mehr Gedanken gemacht zu einem solchen Jahr. Und mit dem Nachdenken kam auch ein schlechtes Gewissen: Während ich ein Jahr Sonne und Strand an der Cote d'Azur genieße oder in den Alpen Radsport, meine Leidenschaft, betreibe, gibt es genug Orte in der Welt, an denen man von Urlaubsflair und Rennrädern nur träumen kann. Ich habe mich gefragt, ob wir als die Nutznießer all der Vorzüge des westlichen Wohlstands der Welt nicht mehr schulden und nicht mehr zu geben haben als ein Jahr Jugendherberge und Strand. Wenn man sich die Frage einmal stellt, steht für mich die Antwort fest. Ich habe daraufhin meine Bewerbungen für Frankreich zurückgezogen und mich stattdessen für Projekte in der so genannten dritten Welt vorgestellt - Afrika, Südamerika oder Asien. Mit vielen Vorstellungen, vielen Zielen:
Als jemand, der sich nie um Nahrung, um Schule und ein zu Hause sorgen musste, möchte ich LERNEN, wie man in den Teilen der Welt die gleichen Voraussetzungen schaffen kann, in denen Kinder der Schule fernbleiben, um für ihre Familie betteln zu gehen.
Als jemand, der Europa noch nie verlassen hat, möchte ich eine andere Kultur kennenlernen.
Als jemand, der 13 Jahre lang zur Schule gegangen ist, will ich auch einmal etwas in die TAT umsetzen.
Als jemand, der im Wohlstand groß geworden ist, will ich sehen, welches Leben man ohne den westlichen Überfluss lebt.
Als jemand, der noch nicht weiß, welchen Beruf er ergreifen wird, hoffe ich, dass ich mir meiner wahren Interessen und Qualitäten wirklich bewusst werde.
Und nun bin ich also hier, mittendrin in Afrika und mittendrin in der Chance, meinen Vorstellungen und Zielen eine Gestalt in der malischen Realität zu geben.
Als jemand, der etwas von der Welt sieht, möchte ich auch den Menschen in meiner Heimat in Deutschland ein Fenster in diese Welt öffnen. Dieses Fenster ist diese Seite.
Es ist ein Fenster mit Blickrichtung Mali. Wenn man genauer hinschauen möchte, kann man den Blick von der Startseite aus auf die Einsatzstelle hier in Mali, auf viele verschiedene Facetten der malischen Kultur und auf meine persönliche Wahrnehmung all dieser Dinge richten.
Doch nicht nur das - man kann das Fenster auch öffnen! Ich würde mir wünschen, das viele Besucher dieser Seite nicht nur durch das Fenster hindurchSEHEN, sondern es auch öffnen, hindurchGREIFEN, anpacken und HELFEN. (Link zur Vorstellung der verschiedenen Projekte und Hilfsmöglichkeiten)
Ich hoffe, dieses Fenster ist ein interessanter Perspektivwechsel - vielleicht überrascht mich ja die ein oder andere helfende Hand hier in Mali ;)
Euer Moritz
 
 
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