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Das ADQ-CAMS - ein Kinder- und Jugendzentrum
 
 


Versuch einer gemeinsamen Handstand-Choreographie auf dem Schulhof


Mein Hauptprojekt mit den Kindern: "Le théâtre du géant derrière les treizes collines"


Am Ende wird getanzt, denn im Grunde war der Riese ein ganz und gar liebenswürdiger Zeitgenosse.


   


Meine Arbeit mit den Kindern aus Sikoro

Neben den "großen" Projekten dieses Jahres gab es auch Aktivitäten für die Kleinen und diese werden mir mindestens ebenso gut in Erinnerung bleiben. Am Anfang hatte ich Schwierigkeiten, mich in diese Arbeit hineinzufinden, doch in der zweiten Hälfte des Aufenthalts hatte ich mit den Kindern einige der schönsten Erlebnisse hier.

Es war Mitte Februar, da hatte ich, so wie jeden Mittwoch- und Donnerstagnachmittag, eine Klasse zu betreuen. Bisher war das schon einige Male schief gegangen, denn ich versuchte es meistens mit Spielen im Freien. Spiele im Freien zu organisieren, ist hier nicht so einfach. Denn es "wimmelt" hier von Kindern und wenn man mit einer Klasse nach draußen geht, die schon allein 50 Kinder umfasst, kann man sicher sein, dass man sich am Ende mit 70 oder 80 Kindern wird arrangieren müssen. Mal abgesehen davon, dass mir schon 50 Kinder meist über den Kopf wuchsen, da sie aus bis heute ungeklärten Gründen Verständnisschwierigkeiten bei Kettenfangen u.Ä. hatten, sprengten 30 zusätzliche und noch nicht einmal Französich sprechende Kinder allwöchentlich meinen Rahmen und nach 30 statt 90 Minuten kapitulierte ich dann meistens. Und so kam mir dann letztendlich der Gedanke, doch einfach einmal etwas Ruhiges auszuprobieren.

Und so fingen wir Mitte Februar an, Bilderbücher zu lesen. Und machten dann damit weiter, die Bilder selbst zu malen - übrigens mit Wasserfarben, die von Spendengeldern gekauft wurden. Und so hatten wir dann schon eine Geschichte und eine Kulisse. Und was macht man daraus? Ein Theater. "Le théâtre du géant derrière les treizes collines" - Das Theater vom Riesen hinter den dreizehn Hügeln. Der König und sein Volk leben in einem wunderschönen Land, doch des Nachts hören sie ein Grummeln aus dem Tal hinter den dreizehn Hügeln. Es ist der Riese, der dort wohnt und grummelt, und es macht ihnen Angst. Zuerst bauen sie eine Eisenmauer. Doch wie kann man leben in einem Stahlland ohne Flüsse, Blumen und Bäume? Sie reißen sie wieder ab. Sie schicken einen Schmied mit seinem Schwert und einen Kordelmacher mit seinem Seil, doch alle kehren sie unverrichteter Dinge zurück, der Riese ist zu stark. Letztendlich schicken sie den Glasbläser mit einer Glaskugel - ein Geschenk der Freundschaft. Und da sehen sie: Eigentlich ist der Riese überhaupt nicht böse, er weiß gar nicht, warum man ständig versucht, ihn zu erstechen oder festzubinden. Und so tanzen alle gemeinsam um die Glaskugel und die Prinzessin heiratet den Glasbläser. All das versuchten wir dann ein wenig selbst zu spielen - und was ich als Aufgabe für zwei Nachmittage gedacht hatte, wurde zu einem tollen Projekt über drei Monate. Denn anfangs hatten die Kinder Schwierigkeiten, wussten nicht, worauf das Ganze hinausläuft. Doch nach und nach machte es ihnen Spaß. Als ich Mitte März einmal vergaß, den Direktor anzurufen und ihm zu sagen, heute solle um diese oder jene Uhrzeit Probe sein (eigentlich sollte das eben von Woche zu Woche abgesprochen werden), dachte ich, nun falle die Probe eben aus. Schade. Doch dann suchten einige Kinder in ihrer Mittagspause nach mir, fanden mich und fragten, ob denn nun Probe sei, sie hätten es nicht gewusst und seien sich nicht sicher, deshalb hätten sie nun gesagt, sie würden nachmittags einfach kommen und dann weitersehen. Und so fand ich nachmittags zwei Drittel aller Kinder versammelt, die gerne proben wollten! Am 16. Mai führten wir das Theater vor der gesamten Schule auf, die dafür freigestellt worden war und dies war sowohl für die kleinen Schauspieler als auch für mich eines der schönsten Erlebnisse dieses Jahres!

Daneben gab es natürlich auch noch weitere kleinere Projekte, doch dies war mit Abstand das größte und schönste :)


Wir bedanken uns sehr herzlich
für Ihre Aufmerksamkeit :)


Geschafft...Aufbruch!
(auch wenn es hier nur das Ende einer Probe ist)

 

 

           

 
 
 
   
© 2008 by Moritz Brandenburger • moritz.brandenburger@t-online.de           
Aktualisiert am 05.01.2012