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Mahamane Maiga, Direktor des ADQ-CAMS

Mamadou in der Schule

Zwei Kinder beim Dame-Spiel

"Causerie"

"Schul"vortrag zum Umgang mit Abfall

Madame Diallo (Mitte, siehe auch "Wem kann ich helfen?-Familie Diallo") und ihre Drillinge
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Ein Fenster mit Blick auf meine Einsatzstelle - das ADQ-CAMS
 
Ich arbeite hier in Sikoro in einem Jugendzentrum mit dem Namen ADQ-CAMS - das ist die Abkürzung für Association du Quartier - Centre des Amis de Mekin Sikoro. Dahinter versteckt sich eine Gruppe engagierter Einwohner dieses Viertels, die sich auf rein ehrenamtlicher Basis aber quasi als Vollzeitarbeit zum Ziel gesetzt haben, diesem sehr armen Viertel nach und nach eine Zukunft zu öffnen.
Dieses Ziel ist mit vielen verschiedenen Schwerpunkten verbunden:
1. Jugend- und Bildungsarbeit durch Schulaktivitäten, Freizeitgestaltung, Aufklärungsarbeit im Bezug auf (z.B.) Hygiene, HIV/AIDS, Rechte des Kindes usw.
2. Hilfe für Familien und Kinder "en situation difficile" = in Not
3. Aufbau von Infrastruktur in Sikoro (Link zum Projekt "Computer- und Internetraum für Sikoro", dies war die Ankündigungsseite für das Projekt, sie wird nicht mehr aktualisiert)
(Im Folgenden finden Sie meine eigene detailliertere Beschreibung der Tätigkeiten des Zentrums. Um das offizielle Programm zu sehen, klicken Sie entweder auf die französische Originalversion oder die deutsche Übersetzung.)
Jugend- und Bildungsarbeit:
Den größten Platz nimmt dabei die Jugend- und Bildungsarbeit ein. Wie in einer Schule geht es darum, sowohl einen Bildungs- als auch einen Erziehungsauftrag zu erfüllen. Die Aktivität des Zentrums lässt sich in zwei Bereiche einteilen: Die Schule und das Freizeitangebot, das vor allem während der Ferien stattfindet.
Konkret sieht das dann ganz verschieden aus: Manchmal werden draußen große Spiele wie Räuber und Gendarme oder Ähnliches organisiert, manchmal wird gebastelt, vorgelesen oder den Kindern werden einfach Gesellschaftsspiele und Bauklötze zur Verfügung gestellt, damit sie sich unter Aufsicht selbst beschäftigen können. Für die Älteren gibt es Hanteln, mit denen unter Aufsicht trainiert wird und Moussa, der 22 Jahre alt ist und seit etwa zehn Jahren auch auf dem Zentrumsgelände wohnt, weil sein Vater im Drogengeschäft aktiv war und Moussa immer weiter verwahrloste, trainiert jeden Morgen verschiedene Fußballmannschaften auf einem Schotterplatz in der Nähe. Eine wichtige Aktivität ist auch die "Causerie", die jeden zweiten Morgen veranstaltet wird, die "Diskussion". Dabei wird mit den Kindern über Themen wie "Die Rechte und Pflichten des Kindes", Hygiene und so weiter gesprochen.
All diese Aktivitäten, einschließlich der "Causerie" (!), werden von den Kindern und Jugendlichen sehr gut angenommen - jeden Tag kommen etwa 50 bis 70 Kinder in die zwei Zentren an verschiedenen Orten im Viertel. Denn man muss sich immer vor Augen führen, dass es weder ein Vereinswesen, noch Musikschulen oder Feriencamps gibt und dass die Kinder auch zu Hause keinerlei Spielzeug oder Spiele haben. Alle vom Zentrum veranstalteten Aktivitäten sind für die Kinder Abwechslung und auf ihre Weise "exklusiv".
Während die Freizeitaktivitäten für alle Kinder offen sind, muss sich die Schule auf 50 bis 70 Kinder beschränken. Es handelt sich dabei auch nicht um eine Schule im herkömmlichen Sinne, die sich in eine Schema wie "Grundschule -> weiterführende Schule" einordnen ließe. Sondern es geht darum, vor allem Kinder in besonders schwierigen Situationen so vorzubereiten, dass sie anschließend eine "normale" Schule besuchen können. Die Kinder, die diese Schule besuchen können, suchen die Mitarbeiter des Zentrums in zwei Wochen vor Beginn des neuen Schuljahres aus, wobei die Hauptpriorität Waisenkindern eingeräumt wird, die in vielen Fällen beide Eltern verloren haben und bei ihren Verwandten oder Großeltern leben, die selbst kaum genug zum Leben haben.
Unter die Bildungsaktivitäten des Zentrums fallen auch Alphabetisierungs- und Französischkurse, die das Zentrum für Erwachsene anbietet sowie eine Gruppe von Jugendlichen, die in den Familien des Viertels Aufklärung zu Hygienefragen leistet. Auch dies ist eine Aktivität, die in Deutschland kaum auf ernsthafte Resonanz stoßen würde, weil die Form der Präsentation in kleinen "Schul"vorträgen und auch die Thematik bei uns nicht zeitgemäß ist. Hier in Sikoro, wo viele Menschen nie die Schule besucht haben, erreicht man die Menschen auf diese Weise jedoch sehr gut und für uns Offensichtliches wie den Müll nicht neben dem Trinkwasserbrunnen zu vergraben kann oft eine neue Information sein.
Ein letzter Grundpfeiler der Bildungsarbeit des Zentrums hier in Sikoro sind Theaterstücke zu sensiblen Themen wie den Rechten der Frau, Hygiene etc. Die Aufführungen solcher Stücke finden etwa einmal im Monat statt, auf einem Platz hier im Viertel. Und wieder ist es für uns schwer vorstellbar, wie solch einfaches Theater eine große Resonanz erzeugen soll - die Zuschauerzahlen liegen meist zwischen 500 und 800!
Hilfe für Familien und Kinder "en situation difficile":
Diese Aufgabe des Zentrums ist ein sehr spezielles Thema. Denn auch wenn die Funktion als "centre d'Ecoute", also als Anlaufstelle bei perönlichen Problemen, ganz offiziell zu den Aufgaben des Zentrums gehört, so ist doch die akute Hilfe für Familien und Kinder in Not etwas, das man in keinem Papier zu den Leitlinien des Zentrums finden wird. Denn eigentlich ist nicht das ADQ-CAMS als Institution die Anlaufstelle in solchen Problemfällen, sondern Mahamane Maiga, Gründer und Direktor des Zentrums, selbst. Mit ihm habe ich über diese ganz akute Hilfstätigkeit gesprochen - und festgestellt, dass es vor dem malischen und muslimischen Kulturhintergrund völlig unmöglich ist, sich öffentlich mit solch einer Tätigkeit zu schmücken. Denn ein malisches Sprichwort beschreibt die auf dem Grund des Islam gewachsene Hilfsbereitschaft so: "Wenn Du mit deiner rechten Hand Gutes tust, so musst Du es so diskret tun, dass selbst die linke Hand nichts davon mitbekommt."
Und so kommt es, dass diese Hilfsbereitschaft sehr leise ist - und trotzdem für viele Familien und Kinder hier die letzte Hoffnung.
(Detaillierte Informationen zu den Familien und Kindern in diesen Notsituationen finden Sie in der Rubrik "Wem kann ich helfen?")
Aufbau von Infrastruktur in Sikoro:
Das Projekt zum Aufbau von Infrastruktur hängt direkt zusammen mit dem Projekt zur Aufklärung von Hygienefragen. Der komplette Name des Projekts ist "Project d'Éducation Environmentalle et d'Assainissement de Sikoro" = Projekt zur Umwelterziehung und Reinigung Sikoros. Die Vorträge und Theaterstücke zur Hygiene gehören ebenfalls zu diesem Projekt - doch wirklich zählbar sind die Ergebnisse der Arbeit des Zentrums im Mai 2008 geworden. Dort wurde das Regenabwassersystem für das Viertel, das am Hang liegt, eingeweiht. Viele Häuser bestehen hier aus Lehm und sind nicht wirklich wetterfest. In der Regenzeit von Juli bis September kommen Sturzbäche den Hang hinunter, lassen den Häusern oft keine Chance (Rubrik: "Wem kann ich helfen?") und transportieren Abfälle und Krankheiten an alle möglichen und bevölkerten Orte. Durch die Planung und die Partner des Zentrums wurde im Mai das Abwassersystem eingeweiht, das nun das Wasser in großen Abflüssen sammelt und durch befestigte Gräben abfließen lässt. Dieses Abwassersystem wird im Moment ständig weiter ausgebaut.
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Vor dem Bau des Kanals...
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...nach dem Bau des Kanals
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