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Das Kernprojekt dieses Jahres:
Der "Computer- und Internetraum" für Sikoro
 
 


Im Februar wurde es langsam konkret: Hier die Fertigstellung der Tische durch die Schreinergruppe des ADQ-CAMS


Mahamane Maiga, der Direktor des ADQ-CAMS, und ich bei der Eröffnung des "Cybercafé"


Die Wandplakette des Computer- und Internetraums - wobei ich meinen Namen nicht selbst darauf geschrieben habe ;)


   


Das Projekt "Computer- und Internetraum für Sikoro"

Die Idee eines Computer- und Internetraums für Sikoro, der sich einerseits als eigenständiges, kleines "Unternehmen" selbst finanzieren soll und andererseits als Bildungszentrum für PC und Internet dienen soll, kam sehr zu Beginn des Spendenprojekts, etwa im November. Wir entwickelten ein Konzept für ein solches Projekt (Link zum Konzeptpapier) und begannen mit dem Sammeln von Spenden für die Umsetzung (z.B. durch Flyer, hier der Link zur Vorderseite und zur Rückseite.

Mitte Januar war der Spendentopf schon ausreichend, um mit der Umsetzung zu beginnen. Wir begannen nach Räumlichkeiten zu suchen, die Tische zu zeichnen etc. Der Tischbau (siehe links) wurde von einer Schreinergruppe übernommen, die zum Teil aus Jugendlichen des Zentrums und zum Teil aus ausgebildeten Schreinern besteht, die ihrerseits ebenfalls durch das ADQ-CAMS ihre Ausbildung vermittelt bekommen haben.

Bemerkenswert ist die Suche nach einem Internetanbieter. Es gibt hier in Mali die "Sotelma", ein einheimisches Unternehmen, und "Orange", den Telekommunikationsgiganten aus Frankreich. Da wir uns in der Verwendung der Spendengelder dem Wohle Malis verpflichtet fühlten, versuchten wir sturr, Sotelma zu diesem Auftrag zu "motivieren". Das Interesse der Malier an diesem Geschäft schien jedoch eher zu schlummern, denn auch nach unzählbaren Telefonaten und Verabredungen hatte es Sotelma noch nicht einmal "auf die Reihe gekriegt", uns zumindest an die richtige Stelle für den Beginn des ganzen Verbindungsprozederes zu verweisen. Nach einem Monat gaben wir entnervt auf, wendeten uns an Orange, und - man mag es kaum für möglich halten - hatten innerhalb einer Woche unsere Computer mit dem World Wide Web vernetzt.

Nur eine Woche später, am 23. März fand die Eröffnungszeremonie statt und seit dem summen die Maschinen Tag für Tag. Einen Monat lang teilten wir die Aufsicht im Cyber unter uns Betreuern des ADQ-CAMS auf und leiteten gleichzeitig auch die gut nachgefragten Einführungen in den Umgang mit PC und Internet. Damit konnten wir eines der Hauptziele des Projekts - nämlich die Einrichtung einer Bildungsmöglichkeit für die Menschen von Sikoro in diesem wichtigen, aber normalerweise kaum bezahlbaren Bildungszweig - von Anfang an umsetzen. Zu diesen Fortbildungen kommen vor allem Schüler und Studenten, aber auch solche, die ihr Studium schon hinter sich haben und nun arbeiten oder auch Arbeit suchen. Auch außerhalb der Einführungs- oder Fortbildungsangebote wird das Internet in erster Linie von Studenten und Schülern genutzt, für die die Preise reduziert sind. Das Interesse an PC und Internet scheint bei Menschen bis etwa Mitte Vierzig sehr groß zu sein, ältere Menschen trifft man kaum. Kinder auch unter zehn Jahre kommen allerdings häufig, meistens als Begleitung ihrer älteren Geschwister.

Seit Anfang Mai ist nun auch das zweite große Ziel erreicht: Das Funktionieren als kleines, sich selbst tragendes Unternehmen. Es wurde ein junger Mann aus dem Viertel eingestellt, der die Aufsicht im Cybercafé übernimmt, die Internetverbindungen verkauft, druckt, scannt, kopiert etc. Zudem wurde eine weitere Arbeitskraft eingestellt, die einmal die Woche reinigt.


Die beiden Räume des Cybercafé von außen


Eine Gruppe jugendlicher kurz vor einer Einführung bzw. Fortbildung in den Umgang mit dem PC und dem Internet, wie sie dort nun regelmäßig durchgeführt werden.

 

 

           

 
 
 
   
© 2008 by Moritz Brandenburger • moritz.brandenburger@t-online.de           
Aktualisiert am 05.01.2012